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"Vierundzwanzig Türen" von Klaus Modick

Abigail Rook Author
Veröffentlicht von in Rezension · 6 März 2020
Tags: VierundzwanzigTüren
In diesem Buch werden drei Geschichten parallel erzählt. In die Gegenwartserzählung fließen Kindheitserinnerungen des lyrischen Ichs sowie die Geschichte einer Zufallsbekanntschaft ein.
 
Der Erzähler durchlebt mit Ehefrau und zwei pubertierenden Töchtern gerade Höhen und Tiefen der Vorweihnachtszeit und wird durch einen ungewöhnlichen Adventskalender zu ausgedehnten Erinnerungen an seine Kindheit im Deutschland der 50er Jahren angeregt.
 
Der Adventskalender selbst erzählt das Erlebnis eines jungen Mannes namens Vringsen in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Diese Episode soll wohl das angekündigte Verbrechen beschreiben, was sich dann allerdings als eine Gaunerei aus Not herausstellte.
 
Die Erinnerungsgeschichten sind beide recht lesenswert, wobei der angebliche Zusammenhang sehr konstruiert erscheint. Die Beschreibungen von Dingen und Situationen sind für meinen Geschmack zu langatmig. Der Autor verliert sich in endlosen Worten über die Lichtverhältnisse bei Sonnenauf- und -untergängen, gewaltigen Schneemassen, der Kombination aus Sonne und Schnee usw..
 
Die Dialoge wirken für mich mitunter etwas gestelzt, so beschreibt die Ehefrau des Erzählers ihren Töchtern einen winterlichen Garten und spricht von "entlaubtem Buschwerk" und dem "schwarzen Band des Flusses", was bei meinen eigenen Töchtern lediglich ein Augenrollen ausgelöst hätte.
 
Die Geschichten lassen eine Pointe erwarten, die aber ausbleibt, oder leicht überlesen wird (von mir zumindest). Es bleiben viele Fragen offen oder entstehen sogar, z.B. was aus Vringsen wird, der für mich eindeutig interessantesten und sympathischsten Figur im Buch. Zum Schluss schwelgt der Autor nur noch in eigenen Erinnerungen, als würde man ein Tagebuch lesen. Das groß angekündigte Rätsel in der Geschichte stellte sich am Ende als profan bis lächerlich heraus. Es war unnötig und misslungen zugleich ist.
 
Zusammengefasst ist dieses Buch für mich eine seichte Adventsunterhaltung, bei der man locker bis Ostern Pause machen kann, ohne den Faden zu verlieren. Meine Schwiegermutter würde dabei noch ihre Steuererklärung machen und dem neuesten Tatort folgen können.

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: KiWi-Taschenbuch; Auflage: 4 (4. Oktober 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462051067
  • ISBN-13: 978-3462051063

Drei Sterne





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